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Zuletzt aktualisiert am: 28. Januar 2021
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Lesezeit: ca. 15 Minuten

Webflow vs. Wordpress - Was eignet sich besser für mein Projekt?

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Verfasst von:
Armin Ramoser

Wordpress ist  für viele die erste Wahl bei der Erstellung einer neuen Website. Der Marktführer unter den CMS ist bis heute weit verbreitet, wird oft empfohlen und ist sehr beliebt. Da stellt sich natürlich die Frage: Ist es überhaupt sinnvoll, etwas anderes als Wordpress für das neue Website-Projekt zu verwenden?

Wir haben unsere Website Projekte anfangs nur mit Wordpress erstellt, arbeiten inzwischen aber ausschließlich mit Webflow. Im folgenden “Webflow vs. Wordpress” - Beitrag werden wir speziell darauf eingehen, wie die beiden im Vergleich abschneiden und haben die wesentlichen Unterschiede aufgelistet. Nachher sollten Sie genau wissen, was sich besser für Ihr neues Website-Projekt eignet, eine pauschale Antwort darauf gibt es nämlich nicht.

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Als Leser dieses Beitrags sind Sie sich wahrscheinlich bereits bewusst, was Wordpress ist und was man mit Webflow machen kann, auf eine detaillierte Erklärung verzichten wir deshalb. 

Vielmehr soll es hier darum gehen, was besser für Ihre Anforderungen geeignet ist. Diese entscheiden nämlich, ob Sie Webflow oder Wordpress für die geplante Website nutzen sollten. Auch beides gleichzeitig für ein Projekt zu nutzen ist übrigens möglich, was es damit auf sich hat werden wir am Ende des Beitrags genauer erklären.

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Screenshot der Oberfläche des Webflow Designers

Für die Umsetzung maßgeschneiderter Websites sind oft Programmier- und andere Fachkenntnisse nötig, was schnell sehr teuer werden kann und meist auch lange dauert, wenn man professionelle Webdesigner und Webentwickler mit dem Projekt beauftragt.

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Screenshot des Wordpress-Backends

Des weiteren sollte man sich bewusst sein, welche Menschen, Organisationen und Ziele hinter der Software stecken, bevor man eine passende Entscheidung treffen kann. Wie Webflow und Wordpress entstanden sind, welche Ziele damit verfolgt werden und wie Sie sich im Laufe der Zeit entwickelt haben, werden wir Ihnen deshalb auch nicht vorenthalten.

Entstehung und Entwicklung 

Wer steckt eigentlich hinter den beiden Website-Tools und welche Ziele werden damit primär verfolgt? Haben Sie sich diese Frage schon einmal gestellt? 

Falls nicht, ist es an der Zeit das zu tun. Bei einer Website handelt es sich nämlich meist um ein langfristiges Vorhaben, welches essentiell wichtig für das Unternehmen bzw. den Betreiber ist. Dementsprechend sollte auch die langfristige Entwicklung und die Ziele des Tools mit den eigenen Interessen im Einklang stehen.

Das heißt: Passt die Philosophie hinter Wordpress bzw. Webflow zu Ihrem Vorhaben? Wenn Sie das mit “Ja” beantworten können, ist die Grundlage gegeben, um sich das Tool genauer anzusehen. Die folgenden Zeilen werden Ihnen dabei helfen, das herauszufinden.

Webflow

Gegründet im Jahr 2013 wurde Webflow mit dem Ziel entwickelt, die Lücke zwischen Do-It-Yourself-Software wie Wix und Squarespace, traditionellen Content-Management-Systemen (CMS) wie WordPress und der eigentlichen Front-End-Webentwicklung zu füllen - und das ist gelungen.

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Damit ist das Erstellen von professionellen und maßgeschneiderten Layouts für Webseiten nicht mehr nur klassischen Front-End-Programmierern vorbehalten, sondern kann auch unkompliziert mit Webflow umgesetzt werden - ohne eine Zeile Code zu schreiben.

Diskrepanzen und ein ewiges hin und her zwischen Designer und Entwickler gehören somit der Vergangenheit an, da der Web-Designer in den meisten Fällen auch die Arbeit des Web-Entwicklers erledigen kann.

Entwickelt wurde Webflow hauptsächlich für Freelancer und Agenturen, die in Zusammenarbeit mit Ihren Kunden individuelle Website-Projekte und Online Shops mit robustem Hosting und flexiblem CMS umsetzen möchten. 

Inzwischen arbeiten bei Webflow ca. 200 Mitarbeiter laufend daran, die Software noch besser zu machen, geleitet von den Wünschen der Nutzer und mit üppiger Finanzierung (75 Millionen Dollar in der letzten Runde). Webflow zählt mittlerweile über eine Million Nutzer und ist ein in sich geschlossenes System, ähnlich wie man es von Apple Produkten kennt.

Wordpress

Wordpress hat seine Ursprünge im Jahr 2003, eine erste stabile Version gab es 2004. Es wurde anfangs als Software für Weblogs programmiert und wird als Open-Source-Projekt permanent weiterentwickelt. Ein Weblog ist eine tagebuchartig geführte Website, die permanent um Kommentare oder Notizen zu einem bestimmten Thema erweitert werden kann (auch bekannt als Blog).

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Da die Software öffentlich zugänglich ist, wurde sie im Laufe der Jahre stetig weiterentwickelt und bietet heute beinahe unbegrenzte Möglichkeiten. Man kann durch das installieren von Plugins und Themes anderer Drittanbieter die standardmäßige Blog Funktion von Wordpress erweitern. Besagte Erweiterungen gibt es aber nicht immer kostenlos, je nach Umfang und Qualität können dadurch auch hohe monatliche Kosten anfallen.

Um Wordpress für maßgeschneiderte Web-Projekte effektiv nutzen zu können, für die es noch keine Design-Vorlage (Theme) gibt, empfiehlt es sich, professionelle Webdesigner und Entwickler zu beauftragen, die Wordpress an die individuellen Wünsche anpassen können. Wer also nicht nur einen Blog und kein Design von der Stange haben will, muss Plugins, Themes und andere Dienste von Drittanbietern in Anspruch nehmen.

Wordpress ist kein in sich geschlossenes System und die Software kann von jedem frei angepasst und erweitert werden, vorausgesetzt man hat entsprechende Programmierkenntnisse und ist mit der Wordpress-Architektur vertraut.

Wesentliche Unterschiede im Vergleich

Designfreiheit

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Uneingeschränkt, auch ohne Programmierkenntnisse können maßgeschneiderte Layouts und Animationen umgesetzt werden, individuell für alle Bildschirmgrößen.

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Eingeschränkt auf Design-Vorlagen (Themes) oder die Möglichkeiten von Baukasten-Plugins, wenn man kein Programmierer ist.

Code-Qualität

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Produziert sauberen und semantischen Code, wie von einem Entwickler, der flexibel eingesetzt werden kann.

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Aufgrund zahlreicher Plugins ist Wordpress Code in der Regel aufgebläht und nicht einheitlich.

SEO

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Integrierte und vollständig anpassbare SEO Einstellungen, nutzerfreundlich und konzipiert für das moderne Internet.

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Vollständig anpassbare SEO Einstellungen werden nur zugänglich durch Plugins von Drittanbietern.

Sicherheit

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Kostenloses SSL Zertifikat für jedes Projekt, unterstützt durch stetige Bedrohungsüberwachung.

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Ohne entsprechende Anpassung (z.B. durch Plugins oder eigenem Code) bekanntlich anfällig für Sicherheitsprobleme (Spam, Hackerangriffe, etc.).

CMS

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Flexibles CMS (ohne zu programmieren), Inhalte können direkt auf der Seite angepasst und hinzugefügt werden, ähnlich wie man es von einem Word Dokument kennt.

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Umfangreiches Backend mit vielen Funktionen, die für die meisten Nutzer irrelevant und unübersichtlich sind.

Nutzerfreundlichkeit

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Simple geführte Einrichtung, durchdachtes User Interface mit übersichtlichem Dashboard, wo man alle Projekte auf einen Blick sieht und verwalten kann.

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Veraltetes Backend, durch Plugins von verschiedenen Drittanbietern kein einheitliches und schlüssiges User Interface. Keine zentrale Übersicht aller Projekte, wenn man mehrere hat. Wenn die Seite durch Plugins oder falsche Einstellungen zerschossen wird, kann eine Wiederherstellung sehr frustrierend sein (vor allem ohne professionelle Hilfe).

Support

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Kostenlose Lernplattform (Webflow University), Support-Ticket System via Email für Kunden und umfangreiches Forum für Nutzer.

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Kostenloser Online Support durch eine riesige Community bzw. andere Wordpress-Nutzer, es gibt aber keinen offiziellen Kundensupport.

Zusammenarbeit

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Entwickelt für die Zusammenarbeit mit Kunden. Simple Bearbeitung der Website durch den Kunden ohne Einarbeitungszeit und automatisches Client Billing für monatliche Kosten, die durch die Website entstehen.

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Vielseitige Optionen der Zusammenarbeit, entsprechende Wordpress-Kenntnisse sind aber dafür notwendig und müssen erlernt werden. Kein integriertes Client-Billing.

Anwendungsgebiete

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Vielseitig einsetzbar, vor allem geeignet für professionelle maßgeschneiderte Webdesign-Projekte und Shops, wo Freiheit bei der Layout-Gestaltung ohne Programmierkenntnisse eine große Rolle spielt.

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Vielseitig einsetzbar, sofern man Programmierkenntnisse hat. Eingeschränkt auf Designvorlagen, Pagebuilder und Plugins, wenn man kein professioneller Entwickler ist.

Performance

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Erstklassige Performance durch sauberen und semantischen Code ohne Plugin Wirr-Warr, den man auf Wunsch direkt einsehen/exportieren kann. Sofern man Bilder, Videos und andere Assets vor dem hochladen komprimiert, ist die Performance stets exzellent, was vor allem auch dem Webflow-Hosting zu verdanken ist.

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Stark abhängig von Plugins und Themes, die man installiert hat. Bei vielen Plugins kann die Ladezeit und Performance der Seite stark beeinträchtigt werden und es sind weitere Plugins und Maßnahmen erforderlich, um dem entgegenzuwirken.

Wartung

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Praktisch kein Wartungsaufwand, Backups und Core-Updates werden von Haus aus automatisch erstellt, Plugins müssen nie aktualisiert werden, da es keine gibt.

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In der Regel hoher Wartungsaufwand, wenn viele Plugins installiert wurden. Automatische Updates können zwar eingerichtet werden, führen aber häufig zu Problemen, wenn Plugins von verschiedenen Drittanbietern nicht miteinander kompatibel sind.

Hosting

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Integriertes Hosting, welches von der Amazon Web Services (AWS) Cloud Computing-Plattform bereitgestellt und durch ein globales Content Distribution Network (CDN) unterstützt wird, das von Fastly und Amazon Cloudfront betrieben wird. Webflow Hosting ist performant, zuverlässig und sicher, ganz egal von wo auf der Welt die Seite aufgerufen wird.

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Kein integriertes Hosting, die Qualität und Performance ist also stark abhängig vom Hosting-Anbieter, für den man sich entscheidet. Wer kein Fachwissen darüber hat, welcher Hosting-Dienst für das eigene Projekt am besten geeignet ist, wird Schwierigkeiten dabei haben, die richtige Entscheidung zu treffen.

E-Commerce

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Integrierte E-Commerce Funktion, die es erlaubt, den Online Shop ganz nach den eigenen Design- und Layout-Vorstellungen aufzubauen, inklusive aller Produkt- und Shopseiten.

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E-Commerce möglich durch Plugins von Drittanbietern. Diese sind in der Regel aber limitiert auf bestimmte Design-Vorlagen, die nicht unbedingt zu den eigenen Vorstellungen bzw. der eigenen Marke passen und nur limitiert anpassbar sind.

Preis-Leistung

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Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, passende Tarife für verschiedene Anforderungen und Anwendungszwecke.

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Wordpress selbst ist kostenlos, was großartig ist. Durch Plugins, Premium-Themes, Erweiterungen, professionelles Hosting und co. können aber hohe Kosten entstehen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist also stark abhängig davon, welche Erweiterungen von Drittanbietern man installiert.

Webflow vs. Wordpress - Wofür sollten Sie sich entscheiden?

Pauschal gibt es keine richtige Antwort, ob Webflow oder Wordpress das bessere Instrument dafür ist, eine Website zu erstellen. Es hängt wie bei vielen anderen Dingen stark von Ihren Zielen, Anforderungen und Werten ab, die Sie an das geplante Website Projekt legen. 

Die obige Vergleichstabelle sollte Ihnen aber einen sehr guten Überblick geben, welche zentralen Unterschiede es gibt und was davon relevant und wichtig für Sie ist. Basierend darauf können Sie mit Sicherheit eine gute Entscheidung treffen. Einen sehr guten und kompakten Vergleich finden Sie auch in diesem Video:

Für Webdesigner und Agenturen, die viele Websites für Kunden erstellen und betreuen, raten wir ganz klar zu Webflow, da die Vorteile hier unserer Meinung nach stark überwiegen. Wer eine Website in Eigenregie erstellt, bereits mit Wordpress vertraut ist und keine hohen Ansprüche hat, bzw. sich mit einem passenden Theme und dessen Limitierungen zufrieden gibt, ist mit Wordpress sicher gut beraten.

Grundsätzlich sind sowohl Webflow als auch Wordpress großartige Instrumente für die Erstellung professioneller Website-Projekte, die das Leben von Webdesignern, Entwicklern und deren Kunden sowie Do-It-Yourself Anwendern sehr erleichtern. 

Was besser geeignet ist hängt von sehr vielen Faktoren ab. Für was man sich letztendlich entscheidet, bleibt jedem selbst überlassen. Ein klares Testergebnis bei “Webflow vs. Wordpress” gibt es deshalb von uns an dieser Stelle nicht. Falls Sie sich noch unschlüssig darüber sind, was in Ihrem Fall besser geeignet ist, können Sie uns jederzeit eine E-Mail schicken. Wir beraten  Sie gerne kostenfrei. 

Es ist übrigens auch möglich, Webflow und Wordpress gleichzeitig zu nutzen. Man kann eine Website in Webflow erstellen und sie mittels Plugin mit Wordpress verknüpfen. Alternativ kann man den Webflow-Code exportieren und einem Entwickler übermitteln, der ein Wordpress Theme daraus bastelt, oder diesen Schritt mit diversen Tools selbst übernehmen, z.B. mit Pinegrow.

Man muss sich also keineswegs für eins der beiden Entscheiden, wenn man die Vorteile beider kombinieren möchte (Dieser Weg ist allerdings sehr aufwändig).

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